Angst

Hypochondrie und ADHS- Der negative Hyperfokus

Ich suche meinen Körper nach Auffälligkeiten ab, ertaste Knoten und begutachte Muttermale. Und da ist noch dieses Stechen in der Herzgegend, das kann nur etwas Schlimmes bedeuten. Meine Gedanken drehen sich, immer und immer wieder checke ich die Signale meines Körpers “Sind die Schmerzen noch da? Wird das Muttermal grösser?”. Dabei sollte ich mich gerade jetzt auf etwas anderes konzentrieren, doch ich schaffe es einfach nicht, den quälenden Gedanken loszulassen. Ich habe Angst vor einer schweren Krankheit, vor einem plötzlichen Tod. Nein, ich bin kein Hypochonder, ich habe ADHS!

Kennst du das? Diese Angst vor Krankheit und Tod? Mit aller Kraft und ganzer Energie versuchst du, der Negativspirale zu entkommen. Dabei hilft weder Ablenkung noch Meditation. Diese Gedanken im Kopf laufen wie ein nicht enden wollendes Programm im Hintergrund, sie sind immer da. Sie saugen dich aus bis du Abends erschöpft ins Bett gehst und die Nacht wider erwarten überlebst. Willkommen im Hyperfokus!

Der negative Hyperfokus wird durch einen inneren Reiz im Körper ausgelöst, dann beginnen die Gedanken sich darauf zu fokussieren. Dadurch verstärkt sich der Reiz wiederum und das ganze wiederholt sich, du landest im Hyperfokus. Hilfreich ist da natürlich auch unsere Reizoffenheit und Feinfühligkeit, ADHS nehmen nicht nur äussere, sondern auch innere Reize intensiver wahr. Der negativen Hyperfokus führt in die Angstspirale, welche oft in Panikattacken endet. Doch was kannst du dagegen tun?

  1. Finde heraus, wann du diese Reize wahrnimmst. Dein Körper spricht mit dir und er möchte dir etwas mitteilen. Solltest du mal wieder eine Pause einlegen? Bist du in der äusseren Reizüberflutung z. B. unter vielen Menschen? Brauchst du mehr Bewegung, eine bessere Ernährung? Hast du Stress? Vielleicht hilft dir ein Gefühlstagebuch.
  2. Nimm es als Geschenk an, dass du einen so guten Draht zu deinem Körper hast. Denke daran, dein Körper reagiert immer zu deinem Wohl.
  3. Bist du bereits in der Spirale, hilft ein Stopp-Ritual. Hier musst du herausfinden, was dir hilft, die negativen Gedanken zu unterbrechen und durch positive zu ersetzen. Das Ritual muss geübt werden, es ist wie eine Fitnessübung, durch die Wiederholung wirst du immer besser darin.

Der negative Hyperfokus insbesondere hypochondrische Gedanken können sehr belastend sein und deinen Alltag schwer erträglich machen. Solltest du sehr darunter leiden, sprich mit deinem Hausarzt oder Psychiater darüber. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.