Partnerschaft und ADHS

Eine auf ADHS spezialisierte Psychologin sagte zu mir, es gäbe keine “ADHS – kein ADHS” – Beziehungen. Sie sprach aus jahrelanger Praxiserfahrung. ADHSler fühlen sich bewusst und unbewusst zu anderen ADHSler hingezogen, so scheint in seiner oder ihrer Welt das ganze Umfeld von ADHS betroffen zu sein.

Aus meiner Praxiserfahrung könnte ich das nicht bei 100% meiner Klienten und Klientinnen bestätigen. Denn es gibt sehr viele empathische Menschen, die durchaus mit ADHSler zusammenleben können und ADHSler fühlen sich von diesen Partnern unterstützt und aufgefangen. Sie ergänzen sich in vielen Punkten, doch das bedeutet nicht, dass keine Konflikte auftauchen. Im Gegenteil. ADHS-Beziehungen können sehr explosiv und verletzend sein.

Konflikte gehören zu Beziehungen und Partnerschaften dazu, sie sollen auch ausgetragen und besprochen werden. Doch was tun, wenn das zu Hause nicht mehr funktioniert? Wenn die Verletzungen tief sind und die Probleme gross? Wenn die Ohren zu machen und die Stimmen still werden? Gibt es nur noch die Trennung? Wenn ja, wie sollst du das ansprechen oder gar besprechen?

Ich habe keine Antwort, aber ein Angebot oder besser gesagt, eine Chance. Eine Chance auf Veränderung, in welche Richtung diese auch immer gehen soll. Im Mediationsverfahren klären Paare bei mir, an einem neutralen Ort, ihre Interessen. Sie können auf ein strukturiert geführtes Gespräch zählen, wo jeder und jede gehört wird. Mit dem Partner werden Lösungen ausgearbeitet, keine Kompromisse. Und wenn am Ende die Lösung eine Trennung ist, wurde diese gemeinsam entschieden und als bester Weg erwogen. Lasst euch begleiten, wenn der Weg in eine Sackgasse zu führen scheint.

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