“Ich will Dir ja nur helfen…”

Wie oft sagen Eltern, Angehörige und Vorgesetzte diesen Satz einem ADHS Betroffenen? Die Reaktion, meist negativ: man wird angeschnauzt oder der Betroffene wirft alles hin und läuft davon.


Menschen mit ADHS werden im Vergleich zu anderen viel mehr zitiert und auf Fehler oder fehlerhaftes Verhalten hingewiesen. Ab der Schulzeit geht das meist richtig los und prägt sich ganz tief ein: Zu spät in der Schule erscheinen, Hausaufgaben vergessen, zu laut, zu verträumt, immer nur das machen was nicht wichtig ist… um nur einige Eigenheiten des ADHS zu nennen.

Die Aussage “nur Helfen” interpretieren Betroffene später nicht als Hilfestellung, sondern als “Du bist falsch oder du bist unfähig”. So lässt sich auch die heftige Reaktion erklären.

Was also “hilft”?
Nehmen wir an, ihr Partner (oder Sohn, Angestellter) müsste eine kleine Arbeit schreiben, die er natürlich bis auf den letzten Drücker vor sich hin geschoben hat.
1. Ändern Sie die Wortwahl: Verwenden Sie “unterstützen anbieten” statt “nur helfen”. Kleiner Unterschied, grosse Wirkung!
2. Werden Sie gleichzeitig aktiv: “Wenn ich jetzt die Wohnung sauber mache, während dem du an deiner Arbeit schreibst, können wir heute abend gemütlich den neusten Blockbuster anschauen.
3. Fragen Sie, aber richtig: “Soll ich dir helfen” ist nicht gleich “kann ich dir bei irgendetwas behilflich sein?”


Probieren Sie das nächste Mal den einen oder anderen Punkt aus. Über ein Feedback zu Ihrer Erfahrung würden wir uns sehr freuen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar